Warum zucken wir beim Einschlafen zusammen?



Die meisten von uns haben mit Sicherheit schon das beim Einschlafen plötzlich auftretende Zusammenzucken erlebt, das vom Gefühl des Abrutschens oder Fallens begleitet wird. Dem in der Medizin als hypnisches Zucken bezeichneten Phänomen begegnet nämlich unabhängig vom Lebensalter beinahe jeder, dennoch ist die auslösende Ursache bis heute nicht geklärt.

Das erwähnte plötzliche Aufschrecken, also das unwillkürliche Zusammenzucken unserer Muskeln, tritt dann auf, wenn unser Körper aus dem Wachzustand in den Zustand des Schlafs übergeht. Obwohl unser Bewusstsein dies mit einer plötzlich auftretenden, schnellen Bewegung verknüpft, ist das Zucken nicht das Ergebnis eines schlechten Traums, eines Sturzes oder eines Falls. Es handelt sich vielmehr um eine harmlos auftretende, augenblickliche Funktionsstörung.

Da das Phänomen unabhängig vom Lebensalter bei der großen Mehrheit von uns zu beobachten ist, bemühten sich die Forscher eifrig, für dieses Rätsel eine Lösung oder zumindest eine Erklärung zu finden. Die Theorie eines Forschers der University of Colorado führte die Sache bis in die frühe Phase der menschlichen Stammesentwicklung zurück: Es handle sich um einen in uns lebenden, archaischen, uralten Reflex, der vielleicht dem Zweck diente, dass sich der auf dem Baum, im Nest ruhende Primat noch vor dem Eintreten des Tiefschlafs erneut von der Sicherheit des Nestes oder des besetzten Astes überzeugt.

Verwandtschaft damit zeigt jene Theorie, wonach unser Körper beim Einschlafen infolge des sich verlangsamenden Pulses, des sinkenden Blutdrucks, der abnehmenden Atemfrequenz und Körpertemperatur sowie der Erschlaffung der Muskulatur einen Augenblick lang glaubt, es sei etwas nicht in Ordnung, und uns darauf als eine Art Notfallreaktion zu sich bringt.

In Ermangelung konkreter Beweise lautet die Konsensformulierung etwa so, dass das hypnische Zucken eine augenblickliche Störung unseres Organismus ist, ein plötzlich auftretender Zustand, in dem – aus unbekanntem Grund – jene Nervenzellen gereizt werden, die für die Bewegung der Gliedmaßen zuständig sind. Aus den Beobachtungen ist bekannt, dass die Häufigkeit seines Auftretens infolge von Koffein- und Alkoholkonsum sowie Rauchen zunimmt. Daneben spielen auch Stress und der Spiegel der für das Muskelgewebe wichtigen Mineralstoffe eine Rolle. So weiß man zum Beispiel, dass ein unregelmäßiger Schlafrhythmus, Stresseinflüsse vor dem Zubettgehen sowie die in unserem Körper vorhandene Menge an Eisen, Natrium, Kalzium und Magnesium die Häufigkeit der Zuckungen grundlegend bestimmen.